Das Ungarische Zentralamt für Statistik (KSH) veröffentlichte im Januar seine Zahlen zur ungarischen Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2023. Diesen zufolge wurden im letzten Jahr insgesamt 85.200 Babys geboren. Dies stellt einen historischen Tiefstand in der gemessenen Geschichte Ungarns dar – noch nie zuvor war die Anzahl der geborenen Kinder so gering. Im Jahr zuvor, 2022, waren 88.491, also knapp 3.300 Kinder mehr geboren worden (-3,7%). Selbst der bis dato geburtenschwächste Jahrgang 2011 wies mit 88.050 Geburten 2.850 Kinder mehr auf als 2023. Der Trend zeigt weiter bergab: Noch in den 90er-Jahren nach der Systemwende zählte Ungarn durchschnittlich 115.000 Kinder, im vergangenen Jahrzehnt erblickten nur noch rund 90.000 das Licht der Welt. Auch die Fertilitätsrate (Anzahl der Geburten pro Frau) fiel im zweiten Jahr in Folge auf 1,50 zurück, nachdem sie bis 2021 einen zwischenzeitlichen Höchststand von 1,59 erklommen hatte. Nichtsdestotrotz stellt jener Wert weiterhin einen der besten dieses Jahrtausends dar. Dennoch steht Ungarn vor dem Problem, die sinkende Bevölkerungszahl durch immer weniger Mütter im gebärfähigen Alter aufhalten zu müssen. Dem wollen sich die Regierungsparteien mit einer umfangreichen und großzügigen Familienpolitik in den Weg stellen. Einen Hoffnungsschimmer mag die sinkende Zahl der Sterbefälle bieten (127.200 Personen), welche 2023 mit 7% noch deutlicher als in den Jahren zuvor abnahm. Dadurch verringert sich der ungarische Bevölkerungsschwund im Vorjahresvergleich um 12% oder 6.000 Personen auf 42.000. Doch auch die Zahlen der Eheschließungen, die in den letzten Jahren deutlich gestiegen waren, prognostizieren derzeit wieder schwierigere Zukunftsaussichten. Im vergangenen Jahr brachen sie um 22% auf 50.150 Hochzeiten ein. Das KSH benennt die aktualisierte Bevölkerungszahl Ungarns nach den neuesten Daten mit 9,58 Mio. Menschen.