Das Institut betreibt Forschung zu ausgewählten Fragestellungen und besonders prägenden Themen der deutsch-ungarischen Beziehungen. Diese werden in Form von Studien, Analysen, wissenschaftlichen Artikeln sowie Hintergrundberichten veröffentlicht.
Die EU will sich völlig von russischem Öl und Gas abkoppeln, dem bisher billigsten Energieträger. Für die Staaten Mittel- und Osteuropas ist dies noch schwieriger: Die Abhängigkeit ist größer, teure Energie wäre fatal für Wirtschaft und Haushalte. Ungarn setzt auf Atomstrom, Solarenergie und strebt nach mehr Unabhängigkeit von russischen Importen.
Die Anerkennung von Minderheitenrechten bildet in Ungarn einen wichtigen Grundstein für ein friedliches Zusammenleben in ethnischer und kultureller Vielfalt. Das zeigt sich insbesondere am Beispiel der in Ungarn lebenden deutschen Minderheit und am Umgang der Ungarn mit der Aufarbeitung ihrer Geschichte. Die Ungarn sind nämlich ein sehr geschichtsbewusstes Volk. Ihnen ist allgemein bekannt, dass es ohne Geschichtswissen und ohne Wurzeln keine Zusammengehörigkeit und keine Zukunft gibt – oder mit anderen Worten: keine Zukunft ohne Herkunft. Teil dieses nationalen Bewusstseins ist auch, dass es seit 2012 mit dem 19. Januar einen offiziellen Gedenktag für die Vertreibung und Verschleppung der Ungarndeutschen gibt. Eine nationale und europäische Tragödie, aus dessen Aufarbeitung sich Lehren über Vielfalt, Minderheitenschutz sowie Solidarität ableiten lassen.
Am Sonntag, 12. April 2026 wählten die Ungarn eine neue Nationalversammlung. Die bisherige außerparlamentarische Oppositionspartei kam aus dem Stand auf 52% der Stimmen und erreicht eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Die Regierungsparteien Fidesz-KDNP mit Viktor Orbán wurden abgewählt und kommen auf nur noch 39%. Damit endet die lange Amtszeit des 62-jährigen Orbán, der das Land 16 Jahre führte.
Die Zahl der registrierten ungarndeutschen Wähler sank im Vergleich zu 2022 um fast 7.000 Personen und fällt unter die magische Marke von 25.000 Wählern. Damit hat der Kandidat der deutschen Nationalität, Gregor Gallai, fast nur noch eine marginale, hypothetische Chance, den Einzug in die Ungarische Nationalversammlung mittels eines vollwertigen Mandats zu schaffen. Er kann aber mit Sicherheit als Fürsprecher seiner Volksgruppe in das Parlament einziehen.
In nur noch fünf Tagen ist es soweit: Die ungarischen Parlamentswahlen am Sonntag werden auch international mit größter Spannung erwartet. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Regierungsparteien Fidesz-KDNP um Ministerpräsident Viktor Orbán und die Oppositionspartei Tisza des Herausforderers Péter Magyar.
Eine gängige Mär in deutschsprachigen Medien ist immer wieder, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán international isoliert sei. Vielmehr ist wieder einmal das glatte Gegenteil wahr – Orbán verfügt über ein breites internationales Bündnis, das weit über die Formation der Patrioten für Europa hinausreicht.
Drei Wochen vor den Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April 2026 verspricht der Wahlkampf spannend zu werden. Analysten prophezeien ein Kopf-an-Kopf-Rennen und in einigen Meinungsumfragen führt die Opposition, in anderen wiederum die Regierungsparteien. Doch gibt es auch andere Hinweise und Indikatoren, wer am Ende die Nase vorne haben dürfte.
Budapest verlangt, anders als Berlin bei Nord Stream, eine EU-Untersuchung der Druschba-Schäden. Bis dahin werden Milliarden-Hilfen blockiert. Ein Gastbeitrag.
„Wir hoffen, dass eine Person in der EU die 90 Milliarden nicht blockieren wird und die ukrainischen Soldaten Waffen erhalten werden. Andernfalls geben wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte weiter. Sollen sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer eigenen Sprache reden.” – mit diesen Worten bedrohte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ganz unverhohlen.
Die EU will sich völlig von russischem Öl und Gas abkoppeln, dem bisher billigsten Energieträger. Für die Staaten Mittel- und Osteuropas ist dies noch schwieriger: Die Abhängigkeit ist größer, teure Energie wäre fatal für Wirtschaft und Haushalte. Ungarn setzt auf Atomstrom, Solarenergie und strebt nach mehr Unabhängigkeit von russischen Importen.
Nach 16 Jahren Regierungszeit der bürgerlichen Regierungsallianz von Fidesz-KDNP in Ungarn stellt sich die Frage: Wo ist das Geld? Diese absolut legitime Frage muss nun beantwortet werden, darauf haben die Wähler einen berechtigten Anspruch.
Vor fünf Jahren wurde das Deutsch-Ungarische Institut für Europäische Zusammenarbeit gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums unterhielt die Budapester Zeitung sich mit dem Direktor, Bence Bauer, über den zurückgelegten Weg und die weiteren Perspektiven des Instituts.
Unser Junior Visiting Fellow Lasse B. Lassen hat die Publikation des Migrationsforschungsinstituts am Mathias Corvinus Collegium (MCC) mit dem Titel "18 Vorschläge aus Ungarn für eine Renationalisierung der EU-Asyl- und Migrationspolitik" zusammengefasst und ins Deutsche übersetzt.
Unser Institutsdirektor Bence Bauer hielt am 11. Februar 2026 im Maximilianeum in München einen Vortrag. Auf Einladung des OWWF fand im Bayerischen Landtag ein Vortragsabend mit anschließender Diskussionsrunde statt, in dessen Rahmen er über Ungarns europapolitischen Ansatz zwischen nationaler Souveränität und EU-Integration referierte.
Das entsprechende Thesenpapier finden Sie nachfolgend; die schriftliche Fassung des Vortrags ist als Anlage beigefügt.
08.01.26, 12:03
Europa-Politik, Politisches System Ungarns, Deutsch-ungarische Beziehungen
Am 7. November 2025 stattete der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán eine offizielle Visite im Weißen Haus beim US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump ab. Mit dabei waren viele ungarische Minister und auch US-Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio. Auf der Tagesordnung standen viele relevante bilaterale und globale Fragestellungen. Für Viktor Orbán war der Besuch fast wie ein Triumph über seine Kritiker im In- und Ausland.
Vor genau einem Jahr, am 6. November 2024, ordnete sich die internationale und deutsche Politik neu. Donald Trump kehrte ins Weiße Haus zurück, und die deutsche Ampel-Regierung zerbrach an internen, weltanschaulichen Konflikten.
Am 6. November 2024 scheiterte die deutsche Bundesregierung am Tag der Bekanntgabe des US-Wahlergebnisses. Auf den Tag genau sechs Monate später wurde Friedrich Merz (CDU) im Deutschen Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt. Seine Regierung steht nach wiederum einem halben Jahr genau dort, wo die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP aufgehört hat: Reformstau, innerer Streit, Vertrauen auf dem Tiefpunkt.
Anders als von vielen seiner politischen Gegner behauptet, verfolgt Viktor Orbán keine antieuropäische Politik. Ganz im Gegenteil: Seine Visionen von einem starken Europa gründen auf der Erkenntnis, dass sich die EU verändern muss, um zu bestehen, schließlich handelt nur derjenige europäisch, der die Defizite erkennt, aufzeigt und sie beseitigen will.
Der Sieg von Andrej Babiš bei den tschechischen Parlamentswahlen ist zugleich ein großer Sieg für den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Sie gelten als enge politische Verbündete, gehören derselben Parteifamilie an und können nun gemeinsam neue politische Akzente in Europa setzen.
Opening remarks of Bence Bauer at the panel discussion entitled “The End of German Leadearship? The Transformation of Germany’s Economic Model and Its Impact on Central Europe” at the 34th Economic Forum in Karpacz on September 3, 2025.
Der Fall bewegt die deutsch-ungarischen Beziehungen. Während in Berlin Linke und Grüne einen brutalen Schläger zum Opfer deklarieren wollen, stellt Budapest klar, dass in der Donaurepublik der Rechtsstaat auch für Linksextreme gilt
Ab heute berät der EuGH über eine Klage der EU-Kommission gegen Ungarn. Es geht auch um Grundsätzliches: Darf die EU in der Kindererziehung Vorgaben machen?
Ein aufopferungsvolles Leben im Schatten von Diktaturen, Weltkriegen und historischen Traumata – ein Porträt von Kardinal József Mindszenty zu seinem 50. Todestag.
11.04.25, 10:42
Europa-Politik, Politisches System Ungarns, Deutsch-ungarische Beziehungen
Die wirtschafts- und sozialpolitische Neuausrichtung Ungarns seit dem Jahr 2010 markiert eine der markantesten politischen Transformationen innerhalb der Europäischen Union. Aus einem ehemals krisengeschüttelten Land, das während der Finanzkrise gemeinsam mit Griechenland als „Pleitekandidat“ gehandelt wurde, entwickelte sich ein Staat, der heute mit selbstbewusster Reformpolitik auf europäischer Ebene mitreden will.
Die Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 markiert eine tektonische Verschiebung in der politischen Landschaft Deutschlands mit Implikationen für die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn. Direktor Bence Bauer und Analyst David Luther des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit kommentierten das Wahlergebnis gegenüber Ungarn Heute.
Seit Jahren versuchen europäische Links- und Rechtsextremisten, den Endkampf um die ungarische Hauptstadt zu instrumentalisieren. Tatsächlich eignet sich kaum ein Ereignis weniger dafür, mit der Vergangenheit Politik zu machen.
Am blauen Montag, dem tristesten Tag und damit auch dem Tiefpunkt des Jahres steht zugleich auch Europa an einem Scheideweg, fast schon an einem Scheitelpunkt.
Diese Weggabelung bestimmt zudem das Vorher und das Nachher, es ist eine Wende zwischen dem (bisherigen) Krieg und dem (bevorstehenden) Frieden. Von nun an kann es wieder aufwärts gehen. An jenem 20. Januar 2025 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump als neuer US-Präsident ins Amt eingeführt und in Ungarn ließ Ministerpräsident Viktor Orbán in großer Runde die Ergebnisse der EU-Ratspräsidentschaft Revue passieren. Es gibt zwischen diesen Ereignissen einen inneren Bedeutungszusammenhang, auf den man auch in Europa achten muss.